Phosphatieren
Die Phosphatierung ist ein chemischer Prozess, bei dem im Tauchverfahren aus phosphorsauren Lösungen auf Metalloberflächen dünne, feinkristalline und wasserunlösliche Phosphate erzeugt werden. Die hell bis dunkelgrau gefärbten Metallphosphatschichten sind, da sie aus einer chemischen Reaktion mit dem Grundmetall entstehen, in der Metalloberfläche fest verankert und weisen zahlreiche Hohlräume und Kapillaren auf. Diese Eigenschaft verleiht den Phosphatschichten ein optimales Aufsaugvermögen für Öle, Wachse, Farbpigmente und Lacke, so dass sie sich als Korrosionsschutz und Haftgrund für Farb- und Lackanstriche bewährt haben.
Eine weitere Eigenschaft der Phosphatschicht ist die Fähigkeit, Reibunskräfte herabzusetzen. So lässt sich neben einer Verbesserung der Oberflächengüte des Ziehlings bei verlängerten Standzeiten der Werkzeuge die Verarbeitungsgeschwindigkeit wesentlich erhöhen.
Arbeitsablauf zum Phosphatieren von Werkstücken aus Eisen bzw. Stahl
1. Entfetten der Werkstücke
Die Voraussetzung für das Erzeugen einer Phosphatschicht ist die Schaffung einer metallisch reinen Oberfäche. Die chemische Wirkung der Phosphatierbäder wird durch eine vorhanden Öl-
2. Beizen der Werkstücke
Die mit dem Grundmetall verbundenen anorganischen Schichten ( z.B. Rost-
3. Voraktivieren der Metalloberfächen
Unter Aktivierung versteht man die gezielte Vermehrung von Kristallisationskeimen auf der Oberfäche der metallischen Werkstoffe. Dadurch wird die Anzahl der Kristalle pro Flächeneinheit erhöht und die Kristallgröße und das Schichtgewicht vermindert, man erhält feinkristallinere Schichten. Die Voraktivierung muss bei der Manganphosphatierung eingesetzt werden.
4. Phosphatieren der Werkstücke
Durch Tauchen der Werkstücke in der Phosphatierlösung, wird die Phosphatschicht auf den Werkstücken erzeugt. Je nach Anforderung wird dazu eine Eisen-
5. Beölen der Werkstücke
Zur Erhöhung des Korrosionsschutzes der Phosphatschicht als auch zur Verbesserung des Aussehens folgt dem eigentlichen Phosphatierprozess meist eine Beölung mit Emulsion oder Fluid. Soll das phosphatierte Werkstück später weiterbehandelt ( z.B. lackiert) werden oder genügt ein kurzzeitiger Korrosionsschutz, so kann die erzeugte Oberfläche auch mit einer Passivierungslösung behandelt werden.
Charakteristik
- hell bis dunkelgraue Mangan – , Zink- Phosphatschicht, bestehend aus sekundären und tertiären Mangan-, Zink-Phosphaten
- fest verankert auf dem Grundmetall
- feinkristllines bis grobkristallines Aussehen
- aufbauende Schicht ( 3-20 Mikrometer) Achtung bei Passungsteilen!
- durch Vorhandensein vieler Kapillaren in der Schicht können Korrosionsschutzöle und Lacke sehr gut aufgenommen werden, wodurch ein sehr guter Korrosionsschutz möglich ist
- Phosphatschichten sind elektrisch nichtleitend beschädigte Schichten werden kaum von Rost unterwandert
Verfahren und maximale Werkstückabmessungen
Brünieren im Zweibadverfahren nach DIN 50938 von Stahl und Eisen:
- Werkstückabmessungen max. (L/B/H): 2300/480/700 mm
- Einzelgewicht bis max. 400 kg
- Behandlung im Tauchkorb oder in der Trommel möglich
Zinkphosphatieren und Manganphosphatieren nach ISO 9717:
- Werkstückabmessungen max. (L/B/H): 2300/480/700 mm
- Einzelgewicht bis max. 400 kg
- Behandlung im Tauchkorb oder in der Trommel möglich



